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Der glückliche Unternehmer – Interview mit Jochen Metzger.

Niels:              Willkommen Jochen.

Jochen:          Ja. Hallo Niels.

Niels:              Freut mich, dass ich Dich heute hier im Unternehmerinterview bei Smoice habe und es geht um das Thema „Der glückliche Unternehmer“ heute, was ja Dein Spezialthema ist, was Du mit Deinem Podcast schon jetzt über längere Zeit bearbeitest. Und ja, erzähle doch mal ein bisschen was zu Deinem Projekt.

Jochen:          Ja, also herzlich Willkommen erstmal, beziehungsweise vielen Dank, dass du mich eingeladen hast. Und ja, zu meinem Projekt ist das so, wir haben uns überlegt, dass es uns einfach wichtig ist, mal den anderen Standpunkt darzustellen, also nicht nur der erfolgreiche Unternehmer ist wichtig, sondern neben dem Erfolg des Unternehmers ist natürlich auch wichtig, dass er glücklich ist. Und ich beschäftigte mich seit einiger Zeit mit dem Thema des glücklichen Unternehmers und rund um dieses Thema haben wir einen Podcast gemacht und beschäftigen uns damit und greifen immer wieder Themen auf, in denen es darum geht, wie kann ich nicht nur erfolgreich sein, sondern eben auch glücklich.

Was macht Dich denn zu einem glücklichen Unternehmer?

Jochen:          Mich macht zu einem glücklichen Unternehmer, dass ich in der   Lage bin oder in der besonderen Position bin, dass ich Dinge machen kann, die mir Spaß machen, dass ich mein Unternehmertum so gestalten kann, dass ich das mache, was ich gerne mache. Am liebsten rede ich mit Menschen, am liebsten rede ich über Probleme und finde Lösungen für diese Probleme und das ist eigentlich das, was mich dann zum glücklichen Unternehmer macht.

Bist du schon immer ein glücklicher Unternehmer gewesen?

Jochen:          Ich glaube, das ist ein Prozess. Am Anfang fängt man an, man hat Ideen, man möchte erstmal Geld verdienen, man möchte Kunden gewinnen und dann hat man mit der Zeit immer mehr Kunden und man arbeitet viel und manchmal auch die Abende durch und es wird immer mehr und man fängt an, so ein bisschen zu sortieren und ja. Aber dann gibt es einfach einen Punkt, wo man sagt, „Ist das jetzt eigentlich das, was ich will? Ist eigentlich das, was ich habe, ist das etwas, was mir reicht? Geht es jetzt hier nur ums Geld oder was ist eigentlich das, was ich in meinem Leben oder mit meinem Unternehmertum erreichen möchte?“.

Gab es da für Dich so einen Schlüsselmoment, wo Du gesagt hast, hier muss ich was verändern, hier will ich was verändern?

Jochen:          Also wie das manchmal im Leben so ist, ist bei mir das geprägt worden dadurch, dass ich durch äußere Umstände dazu gezwungen wurde, mich zu verändern. Ich hatte ja die selbsterfüllende Prophezeiung im Kopf, sollte ich mich mal trennen von meiner damaligen Frau, will ich mich mehr um meine Kinder kümmern und das war 2006, wo dann diese sich selbst erfüllende Prophezeiung zur Tatsache geworden ist. Und zu diesem Zeitpunkt stand ich dann plötzlich davor, dass ich einmal die Woche meine Kinder hatte – das waren zu diesem Zeitpunkt vier Kinder – und wir in zwei Räumen dann gelebt haben und ich irgendwie gucken musste, wie ich dieses ganze Thema dann manage.
Ich hatte plötzlich nicht mehr so viel Zeit zu arbeiten, ich musste mir plötzlich Gedanken machen, wie will ich überhaupt mein Leben gestalten, wie soll das aussehen? Vorher habe ich einfach im Grunde genommen nur gearbeitet und dann fing ich an, mein Leben zu verändern und fing an, Dinge zu gestalten, fing an, mich mit Outsourcing zu beschäftigen, fing an damit, meine Zeit anders zu strukturieren, habe auch komplett meine Werte umgestellt, hab mich dann daran orientiert, dass ich mein Schaffensdasein als Unternehmer rund um meine Familie organisiere und dass meine Familie da letztendlich im Fokus ist und das ist bis heute so geblieben.

Passiert es Dir manchmal, dass das Dir wieder so ein bisschen entgleitet oder wegrutscht, oder was hast Du so für Bojen oder Marker, an denen Du Dich festhältst?

Jochen:          Selbstverständlich rutscht mir das weg, aber ein guter Indikator ist meine Frau, die dann mit Unzufriedenheit glänzt und dann sagt, „Ja, also das und das und du hast ja dies nicht und wie sieht es denn damit aus?“ und da kann ich mich schwer entziehen, die auch quasi das Familienleben dann einfordert.
Und der zweite Punkt ist natürlich der, dass man auch aus so einem Glücklich sein, aus so einem glücklichen Zustand immer wieder rausrutschen kann und dann gibt es einfach ein paar Marker für mich, die mir dann helfen, da wieder reinzukommen.

Du hast Dir praktisch die Verantwortlichkeit auf zwei Beinen geschaffen, die sich darum kümmert, dass das gut funktioniert bei Dir.

Jochen:          Ja, das ist das eine, aber ich denke, das andere ist auch immer, wenn man in eine Situation kommt und man merkt, das klappt jetzt aus irgendwelchen Gründen nicht mehr so gut, dass man dann kurz in medias res geht und sich überlegt, was ist denn jetzt hier eigentlich los, warum geht es mir jetzt gerade nicht gut oder warum bin ich nicht glücklich? Was fehlt dazu, dass ich jetzt wieder glücklich bin? Und meist sind das ein paar bestimmte Umstände. Vielleicht ist es die Arbeitssituation, in der man gerade ist, vielleicht sind es bestimmte Kunden, wo man sagt, „Da fühle ich mich jetzt nicht wohl“, oder es ist einfach, wie man seinen Tag gestaltet. Und dann ist es wieder wichtig, in sich zu gehen und zu sagen, „Ok, wie komme ich jetzt hier wieder raus? Was ist das, was ich will? Wo will ich eigentlich hin?“.

Was hast Du denn für so die drei Kerntipps, um ein glücklicher Unternehmer zu werden?

Jochen:          Für mich ist es so, dass der glückliche Unternehmer eigentlich etwas ist, was ich auch in meinem Buch „Die 7 erfolgserprobten DNA-Bausteine zum glücklichen Unternehmer“ zusammengefasst habe. Und die wichtigsten Drei aus diesem Buch sind, dass man erstmal guckt, wo die besondere Begabung ist, das heißt, das ist das, was ich besonders gut kann.
Eine besondere Begabung ist etwas, das ich tue und wenn ich damit meine Zeit verbringe, das Gefühl habe nach mehreren Stunden, dass die Zeit wie davongeglitten ist, ich es gar nicht gemerkt habe und hinterher denke, ‚Oh, jetzt geht es mir aber richtig gut‘. Und es ist immer wieder wichtig, zu gucken, dass man sich immer mehr um diese Dinge kümmert und diese Tätigkeiten wahrnimmt und nicht die Tätigkeiten, in denen man nur „kompetent“ ist oder inkompetent oder eben auch nur gut kann.
Also es gibt diese vier Tätigkeitsfelder und das wichtigste ist eigentlich die besondere Begabung.

Den zweiten Tipp, den ich geben kann und das ist interessant, weil ich auch jetzt gerade wieder von Earl Nightingale eine Zusammenfassung höre über Napoleon Hills „Think and Grow Rich“, also „Denke nach und werde reich“. Da geht es einfach darum, ich find das so schön, wenn er dann anfängt und sagt „Hello, this is Earl Nightingale“ und dann erzählt er sozusagen, was der wichtigste Punkt ist und das ist eigentlich auch die Vision, das heißt, mein Ziel. Wo will ich eigentlich hin? Wie sieht das aus?
Und ich will es nochmal nicht nur als Ziel fassen, sondern weitergehend als Vision, das heißt, für mich ist immer wichtig, auch wenn ich mit Leuten arbeite, im Coaching, was wir eben auch machen, Unternehmercoaching, einfach zu gucken, wo will ich in drei Jahren stehen, wie soll das aussehen, wie soll sich das anfühlen? Wie ist das dann, ich zu sein in diesem Moment und was gehört dazu? Das heißt, ganz klar eine Ausrichtung zu haben.

Der dritte Punkt wäre, den ich wichtig finde, wenn man jetzt eine Vision hat und eine Begabung hat, dann zu sagen, „Ok, wer bringt mich dahin?“. Ich mich selber natürlich, aber es ist immer gut Kameraden zu haben, die einen dahin bringen, entweder ein Coaching, was man macht, oder was auch sehr zu empfehlen ist, ist einfach eine Mastermind-Gruppe, in denen man kontinuierlich an den Zielen dranbleibt.

Wer den Begriff Mastermind noch nicht kennt, da geht es darum, dass man sich mit mindestens zwei Personen regelmäßig zusammensetzt. Also ich persönlich habe zwei Mastermind-Gruppen, wo ich mich wöchentlich treffe, online, per Skype und man guckt dort sozusagen, wo stehe ich jetzt, wo will ich hin und wie will ich dorthin kommen? Und man spricht über die Probleme und Herausforderungen, die man hat, mit Gleichgesinnten, mit denen man sich austauscht, denn natürlich ist es so, dass es mehr Sinn macht, mit Gleichgesinnten zu sprechen, als vielleicht seinen Mitarbeiter zu fragen oder den Freund, der irgendwo angestellt ist. Das ist etwas, was ich letztendlich jedem Unternehmer oder auch Unternehmer, der glücklich werden möchte, mit auf den Weg geben kann.

Niels:              Das klingt sehr gut. Hast Du denn sowas wie einen Riecher? Erkennst Du glückliche Unternehmer, wenn Du sie triffst?

Jochen:          Da muss ich an so einen Hund denken, der so ganz lange Ohren hat und so eine Schnauze und immer durch die Gegend läuft und so am Boden riecht. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich das nicht. Es gibt natürlich Menschen, wie ich finde, die sehr entspannt und gelassen wirken und ich finde, das ist auch natürlich ein sehr gutes Indiz, aber wie das halt auch ist, ist die Frage in dem Zusammenhang, wo man Menschen trifft und was will er eigentlich in diesem Moment erreichen, ja? Das heißt, will er vielleicht was verkaufen, will er sich gut darstellen? Und ich glaube, dass das etwas ist, was natürlich hinderlich ist, das zu erkennen. Aber was sehr, sehr hilfreich ist, ist immer so ein bisschen an der Oberfläche zu kratzen und zu fragen, „Wie sieht es eigentlich bei dir aus? Wann hast du einen Tag, wo du dich besonders wohlfühlst?“, zum Beispiel ist eine sehr schöne Frage, die man stellen kann. „Wie sieht der perfekte Tag aus?“.

Mal das Ganze ein bisschen weitergefasst, und vom glücklichen Unternehmer weg:

Was war das wichtigste, was Du im letzten Jahr für Dich gelernt hast.

Jochen:          Es gibt eigentlich zwei Sachen und das eine ist sozusagen dieser sehr schöne Wahlspruch „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ und das finde ich sehr, sehr wichtig, denn im Gegensatz vielleicht zu dem letzten Jahren, die einige Jahren davorlagen, wo ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht habe, was man machen könnte und was man nicht machen könnte, was man machen sollte, aber nicht in die Aktion gekommen bin, ist es so, dass eigentlich in den letzten Jahren ich kontinuierlich an meinen Zielen arbeite und die auch umsetze und auch tatsächlich in Aktion komme. Wo einem die Mastermind-Gruppe sehr hilft, finde ich, weil wenn man in die Mastermind-Gruppe kommt und sagt, „Ja, habe ich nicht geschafft“, das  möchte man vielleicht einmal sagen, aber nicht mehrere Wochen hintereinander.

Das zweite ist, dass es manchmal vielleicht auch gut ist, einfach Dinge sein zu lassen. Also wenn man Unternehmer ist, dann entsteht sowas wie ein ganzes Füllhorn von Dingen, die man tut, ein ganzes Füllhorn von Kunden, von Kundengruppen, die man hat, von vielleicht Geschäftsideen, vielleicht Bereichen, in denen man tätig ist und ich glaube, es ist immer wieder wichtig, auch wenn es wehtut, eine Attitüde einzuüben, dass man Dinge sein lässt. Und das heißt einerseits Dinge, die man im täglichen Leben tut, andererseits aber auch Dinge, die Geschäftsbereiche, die man vielleicht hat, die nicht profitabel sind und wenn man ehrlich ist, dann sagt, „Ja, vielleicht ist es besser, wenn ich das loslasse“. Und das ist eigentlich das wichtigste Learning für mich des letzten Jahres, diese beiden.

Niels:              Ok. Sehr interessant. Dann gibt es noch eine Frage, die mich immer ganz persönlich interessiert:

Was ist das Buch, was Du am meisten einen Unternehmer empfehlen kannst?

Jochen:          Diese Frage, Niels, würde ich erstmal gerne an Dich zurückgeben. Was wäre denn Dein Buch, was Du empfehlen könntest für Unternehmer?

Niels:              Ich glaube, der Klassiker schlechthin, Du hattest das vorhin schon genannt, „Denke nach und werde reich“. „Think and Grow Rich“ ist sicher immer noch das beeindruckendste Buch in seiner Zusammenstellung, auch vor allen Dingen in der allgemeinen Gültigkeit über die letzten 100 Jahre.

Jochen:          Ja.

Niels:              Und es ist irgendwie egal, was danach gekommen ist, es sind letztendlich immer wieder gleichen Themen, die Napoleon Hill dort aufgearbeitet hat, in einem etwas anderes Gewand, mit einem etwas anderen Fokus und da hat sich an den Grundfesten, wie Menschen funktionieren und wie sie sich motivieren und wie man sich selbst motivieren kann und funktionieren kann, hat sich für mich nicht so viel verändert. Ich habe viel in dem Bereich gelesen und das ist aber so nach wie vor so das Nachhaltigste für mich.

Jochen:          Ja, das finde ich total gut, weil das ist eine super Geschichte.
Ich denke, alle von Euch da draußen, die jetzt dieses Interview lesen, würde ich jedem empfehlen, hört mal wirklich rein in Earl Nightingale oder sucht mal nach Earl Nightingale.
Das ist faszinierend, weil er kannte tatsächlich auch den Napoleon Hill persönlich und da gibt es noch eine Passage, wo er dann am Schluss sagt, wo der Napoleon Hill sagt, „Thank you Earl“. So, das finde ich total spannend, dass es Menschen gibt, die den persönlich gekannt haben.

Aber ein Buch, was ich jedem empfehlen kann und wo ich ein großer Fan von bin, wie Du weißt, sind Prozesse und es gibt, glaube ich, kein besseres Buch zu Prozessen und die das ganz klar machen, dass das für jedes Unternehmen geeignet ist, egal wie klein, egal wie groß. Prozesse sind für mich ein maßgeblicher Baustein, der für ein Unternehmen wichtig ist und ein sehr gutes Buch dazu ist „Work the System“ von Sam Carpenter. Und ich weiß jetzt nicht genau, ob es das auch in Deutsch gibt, aber auf jeden Fall gibt es das als englischen Titel und ich kann jedem nur empfehlen, auf jeden Fall dort reinzulesen.
Und ein zweites Buch wäre glaube ich E-Myth, wo es auch eben darum geht, sein Unternehmen als Franchise-Unternehmer zu denken.
Das sind eigentlich die beiden Bücher. Sind wir schon wieder bei zweien. Also Du merkst heute, ich kann mich nicht auf eins festlegen, sondern bin immer bei zwei Dingen.

Niels:              Ach, wenn wir mehr Wert für unsere Nutzer und Leser geben, ist das ja nur förderlich.

Jochen:          Ja, sehr gerne.

Niels:              Gut, dann sind wir soweit durch. Hast Du noch eine kleine Botschaft, die Du in die Welt rausbringen möchtest?

Jochen:          Ich habe natürlich immer eine Botschaft und meine Botschaft ist ganz am Ende dieses Interviews: Denkt daran, Du hast das Recht glücklich zu sein als Unternehmer.
Und wer nochmal nachlesen möchten, nachhören möchte, wir haben die ganzen Podcast-Folgen, inzwischen sind es über 20, gibt es auch auf www.der-glueckliche-unternehmer.de und einfach mal vorbeischauen und reinhören. Es ist eine sehr schöne Geschichte, mal zur ein oder anderen Podcast-Folge dort reinzulauschen.

Niels:              Das kann ich nur unterstreichen. Ich höre auch den Podcast sehr gerne und freue mich jede Woche darauf, wenn ich die E-Mail bekomme, dass wieder eine neue Folge online ist.
Und ja, damit wünsche ich Euch, uns allen einen angenehmen Nachmittag.

Jochen:          Ja super. Vielen Dank Niels.

Hier findet Ihr auch das komplette Interview zum mithören:

Niels Przybilla

Niels Przybilla

Evangelist at SMOICE
Niels ist CMO & Gründer von SMOICE. Als Marketing-Berater war Rechnungen schreiben immer die unangenehmste Tätigkeit. Mit SMOICE macht das Rechnungen schreiben nun einfach Spaß.Und statt 8 Stunden schreibt er nur noch 5 Minuten Rechnungen.
Niels Przybilla

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